Wir rücken zusammen

Die Raiffeisenbank Heide strebt eine engere Verzahnung, bis hin zur Verschmelzung mit der Volksbank Husum an.

Heide (rt)

Trotz jahrelanger Niedrigzinsphase und immer schwerer zu findenden guten Anlageformen hat die Raiffeisenbank Heide wieder ein positives Jahr hinter sich. Wachsende Mitgliedszahlen, wachsende Einlagen, wachsendes betreutes Kundenwertvolumen und wachsendes Kreditvolumen sprechen für sich.
Bent Nicolaisen, Vorstand der Bank betont: "Wir haben eine klare Wachstumsstrategie, damit wir das Zinsniveau und die fallenden Margen kompensieren können." Nicolaisen und Vorstandskollege Andro Voß sind sich einig: "Wir glauben, dass es mittelfristig keine Zinssteigerung geben wird." Daher sei nur Wachstum eine wesentliche Option.
Bei den herrschenden "Minuszinsen", steigenden Kosten und dem wachsenden Regelwerk hat sich die Raiffeisenbank Heide nun entschlossen, enger mit der Husumer Volksbank zusammen zu arbeiten. Um sich den herrschenden Herausforderungen zu stellen und sich für die Zukunft zu wappnen soll diese Zusammenarbeit bis zur tatsächlichen Zusammenschließung der beiden Häuser gehen. Die Vision, die Bent Nicolaisen dabei vorschwebt, ist nur eine große Genossenschaftsbank für die Menschen an der Westküste.
Mit einem Blick auf die Landkarte wird deutlich, dass es in Schleswig-Holstein rund 15 große, kleine und kleinere Genossenschaftsbanken gibt, deren Geschäftsgebiete sich teilweise überlagern. Ein Zusammenschluss hier an der Westküste würde Synergien erzeugen und die Leistungsfähigkeit steigern. "Beide Banken sind stark, gesund und stehen gut da", erklärt Voß.
Etliche Kooperationen zum Beispiel im Immobilienmarkt bestehen zwischen den beiden Bankhäusern schon. Die Vision sei aber, dass man gemeinsam etwas Neues bauen wolle, bis zur Verschmelzung. "Es wird keine Übernahme sein, sondern etwas Neues entstehen", betont Nicolaisen. Er denkt dabei an eine Volks- und Raiffeisenbank Westküste. Sein Anspruch dabei: "Die Entscheidungsträger müssen jeweils in der Region bleiben." Dies sei eine der Stärken der Raiffeisenbank und solle auch die Stärke bleiben. Damit trägt er aber auch dem geänderten Nutzungsverhalten seiner Kunden Rechnung. Die Kundenkontakte in der Bank sinken ständig, dafür steigt der qualifizierte und intensive Beratungsbedarf.
Natürlich ist diese Entscheidung keine einsame Vorstandsentscheidung. Die Raiba Heide gehört schließlich den rund 11000 Mitglieder, die über ihre gewählten Vertreter an allen Entscheidungen involviert sind. So haben Aufsichtsrat und Vertreter bereits grünes Licht für diesen Schritt gegeben. So werden die Sondierungsgespräche mit den Husumern im kommenden Monat in eine weitere Runde gehen.