Husumer Volksbank blickt auf ein erfolgreiches Jahr und stellt sich den künftigen Herausforderungen

Husum, 9. März 2017

Die Husumer Volksbank kann über ein erfolgreiches Jahr 2016 berichten: Trotz eines intensives Wettbewerbes im anhaltenden Niedrigzinsumfeld erzielte die Genossenschaftsbank ein zufriedenstellendes Geschäftsergebnis.

Die in den vergangenen Jahren im Kreditgeschäft erzielten hohen Wachstumsraten konnten zwar nicht fortgeführt werden, dennoch wurden 140 Mio. neue Kredite vergeben und dies führte zu einem moderaten Wachstum im Kreditgeschäft von 4,3 Prozent. "Die Investition im Bereich der Erneuerbaren Energie hat an Dynamik verloren und auch in der Landwirtschaft wurde aufgrund der Milchpreissituation weniger investiert", begründet Vorstandsmitglied Eckhard Rave die Entwicklung.
Anders ist die Situation im privaten wie gewerblichen Wohnungsbau. Das aktuelle niedrige Zinsniveau wird genutzt, um zu Bauen, Renovieren und Modernisieren. Trotz regulatorischer Einschränkungen zum Beispiel durch die Einführung der "Wohnimmobilienkreditrichtlinie" konnten alle vertretbaren Kreditwünsche erfüllt werden.

Durch ein kräftiges Wachstum + 6,3 Prozent erreichten die Kundeneinlagen ei-nen Bestand von 439 Mio. Euro. In diesen Zeiten der von der Notenbank quasi abgeschafften Zinsen verzeichnete die Husumer Volksbank einen überdurchschnittlichen Anstieg der täglich fälligen Einlagen. Rave macht jedoch auf eine prekäre Situation aufmerksam, denn die Kunden halten noch viel zu viel Kapital auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten: "Hier findet eine stille Geldvernichtung statt". Um der Inflationsfalle entgegen zu treten empfiehlt Rave, Teile des Ersparten in Fonds oder alternative Wertpapieranlagen anzulegen.  

Der Trend zunehmender Mitgliederzahlen ist auch in 2016 mit + 3,6 Prozent ungebrochen. Über 21.000 Bankteilhaber hatte die Husumer Volksbank zum Jahresende.

Aus dem erwirtschafteten Jahresergebnis wird das Eigenkapital weiter gestärkt und selbstverständlich eine angemessene Dividende an die Mitglieder gezahlt. Über die Höhe muss jedoch die Vertreterversammlung entscheiden. Diese findet im Juni statt.

Husumer Volksbank reagiert auf externe Veränderungstreiber


Die zunehmende Digitalisierung hat das Kundenverhalten nachhaltig verändert. Insbesondere an den Nachmittagen werden die Geschäftsstellen immer weniger aufgesucht. Die Nutzung elektronischer Medien nimmt weiter zu, wobei es zu einer hohen Verschiebung hin zu den mobilen Angeboten kommt. Im Jahresdurchschnitt wurde die Homepage der Husumer Volksbank 72.000 Mal im Monat aufgerufen – ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nahezu 50 Prozent der Zugriffe erfolgten über ein mobiles Endgerät – Tendenz steigend. Hinzu kommen immer weiterführende regulatorische Anforderungen sowie das anhaltende niedrige Zinsniveau, das die Ertragslage der Husumer Volksbank in den kommenden Jahren belasten wird.

"Diese Entwicklungen zwingen uns dazu jetzt zu handeln – ein weiter wie bisher wäre schlichtweg fahrlässig", erläutert Rave das neue Filialkonzept 2020/2022. Dieses sieht vor, im ersten Schritt die Öffnungszeiten in allen Filialen und Geschäftsstellen zu reduzieren. Im zweiten Schritt werden in den kommenden Jahren die kleineren Geschäftsstellen zu SB-Filialen umgebaut und gegebenenfalls eine Standortverlagerung im Ort an eine zentralere Stelle in Erwägung gezogen. Dazu wurden Gespräche mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden geführt, um gemeinsam für die Regionen nach machbaren Lösungen zu suchen, denn die Bank will auch künftig ein sehr dichtes Geldautomatennetz inkl. Kontoauszugsdrucker in den Regionen vorhalten.

Parallel werden die Kompetenzen in den Filialen Husum, Mildstedt, St. Peter-Ording, Tönning und Viöl gestärkt und die Angebote in der Online-Filiale stetig ausgebaut. Das KundenServiceCenter ist künftig länger telefonisch erreichbar (Mo. – Fr. von 07:30 bis 18:00 Uhr, Mi bis 12.30 Uhr). Die Beratungszeiten bleiben von diesen Veränderungen unberührt.

"Wir sind als Genossenschaftsbank unserem Auftrag verpflichtet, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kunden und Mitglieder zu fördern und das können wir nur als leistungsstarke Bank, immer im Bestreben, aus der Stärke heraus zu agieren", so Rave. Das zum 1. April 2017 neue Filialkonzept ist ein "Muss".

Da aber die weiteranhaltende Niedrigzinsphase und die zunehmenden regulatorischen Herausforderungen die Ertragslage der Bank zukünftig weiter belasten werden, denkt die Bank auch über die zukünftige strategische Positionierung in ihrer Wirtschaftsregion an der Westküste nach, um auch künftig im Wettbewerb für ihre Mitglieder und Kunden erfolgreich zu agieren. Hierzu hat sie auch Gespräche mit den Nachbargenossenschaftsbanken geführt. "Größere Einheiten sind erforderlich und auch hier werden wir aus der Stärke heraus agieren und rechtzeitig die Weichen stellen", blickt Rave in die Zukunft.

Die Vorstände der Husumer Volksbank sind davon überzeugt, dass mit dem neuen Filialkonzept, den erweiterten Kompetenzen vor Ort und dem stetigen Ausbau der Online-Angebote zukünftig alle Möglichkeiten der Nutzung moderner Bankdienstleistungen geboten werden und darüber hinaus die Region im südlichen Nordfriesland gestärkt wird.


Zahlen per 31.12.2016:

Bilanzsumme:         909 Mio €    (2015: 896 Mio €)     + 1,5 %
Kreditbestand:        706 Mio €    (2015: 677 Mio €)     + 4,3 %
Kundeneinlagen:     439 Mio €    (2015: 413 Mio €)     + 6,3 %
Eigenkapital:            90 Mio €    (2015: 82 Mio €)    + 9,8 %
Jahresüberschuss:      4 Mio €    (2015: 4 Mio €)
Fördertätigkeiten:   180.000 €     (2015: 168.000 €)      + 7,1 %
Kundenanzahl:         37.831    (2015: 37.364)    + 1,3 %
Mitgliederzahl:          21.095    (2015: 20.365)           + 3,6 %
Mitarbeiterzahl:          217        (2015: 223)         - 2,7 %

Vorstand Udo Kempter und Eckhard Rave