VR-Bank Westküste – digitales Geldinstitut mit regionaler Identität

Husum

„Die neue VR-Bank Westküste ist gut gestartet“, konstatiert Vorstandsmitglied Udo Kempter zufrieden. Nahezu 100 Prozent der Vertreter von Husumer Volksbank und Raiffeisenbank Heide hatten auf den entsprechenden Versammlungen im Juni ihre Zustimmung zur Fusion der zwei Institute gegeben. Und am 2. Oktober sind die beiden Häuser in der neuen Bank aufgegangen. Jetzt legte der Vorstand einen ersten Erfahrungsbericht vor.
„Die neue Bank organisatorisch voll aufzustellen, wird etwa 18 Monate dauern“, erläutert Vorstandschef Eckhard Rave, der diesen Posten schon in der Husumer Volksbank inne hatte. Und betont: „Das war keine Übernahme, sondern ein Zusammengehen – wir sind jetzt ein Haus mit zwei Standorten.“ Wobei der Hauptstandort Husum ist – hier arbeiten rund 210 der insgesamt 331 Mitarbeiter. Alle hätten bei der Fusion „voll mitgezogen“, so Rave weiter. „Sonst hätte es auch nicht geklappt.“ Wobei es auch die ganz klare Ansage gegeben hätte, dass auf betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen der Fusion verzichtet würde. „Ein Personalabbau findet nur im Rahmen natürlicher Fluktuation statt“, ergänzt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Bent Nicolaisen, der zuvor im Vorstand der Raiffeisenbank Heide war. Auf diese Weise hätten beide Institute in den vergangenen drei Jahren ihre Belegschaft um jährlich fünf Prozent verringert. Eine Zielgröße für die endgültige Zahl der Mitarbeiter gebe es noch nicht, so Nicolaisen weiter. Tatsächlich hätte die Fusion aber sogar Vorteile für die Belegschaft: „Talenten bietet ein größeres Haus auch entsprechend mehr Optionen zur Weiterentwicklung.“
Das neue Institut werde „eine digitale Bank werden und eine regionale bleiben“, verspricht Rave. „Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren enorm Fahrt aufgenommen. Insbesondere die jüngeren Leute machen fast alles über ihr Smartphone, darauf müssen wir uns einstellen.“ Auf einen Filial-Kontakt kämen heute 500 Digital-Kontakte von Kunden. Dennoch seien adäquate Räumlichkeiten in Husum und Heide wichtig. „Spezielle Angelegenheiten wie die Beratung bei einer Bau- oder Firmenfinanzierung können wir nicht über digitale Medien machen, da ist weiterhin das persönliche Gespräch notwendig.“
Eine Kundenbindung erfolge ebenfalls über den neuen Namen: „Die Marke ,Westküste‘ ist Kitt und Treibstoff zugleich für die Zusammenführung“, erläutert Nicolaisen. „Denn regionale Identität zieht auch im digitalen Zeitalter.“ Der Begriff „Westküste“ sei schließlich das Synonym für eine ganze Wirtschaftsregion. Mehr als 32 000 Mitglieder und 65 000 Kunden habe die neue Genossenschaftsbank in dieser Region insgesamt. „Auch von deren Seite und von den Verbänden haben wir Zuspruch für die Fusion bekommen – das bestätigt uns natürlich“, sagt Rave erfreut. Und der Schritt sei ja auch prinzipiell logisch gewesen: „Verbände und Politik denken ebenfalls in Wirtschaftsregionen.“ sp